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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Verbreitungskarten

Mauereidechse  (Podarcis muralis (Laur.,1768))

(Syn.: Seps muralis)

EU-Code: 1256

FFH-Anh. IV

Rote Liste NRW 2010: 2
Rote Liste NRW 1999: R/1
Rote Liste D: 2
Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Mauereidechse (Podarcis muralis)
© Foto: Peter Schütz, Essen
Mauereidechse (Podarcis muralis)
© Foto: Ernst-Friedrich Kiel, Recklinghausen

Die Mauereidechse ist eine mittelgroße, deutlich abgeflachte Eidechse, die eine Gesamtkörperlänge (incl. Schwanz) von 15 bis 18 (max. 20 cm) erreicht. Die Oberseite der Tiere ist graubraun bis braun gefärbt und mit einem schwarzen Fleckenmuster gezeichnet. Oftmals verläuft an den Rückenseiten jeweils ein heller Längsstreifen vom Kopf bis zum Schwanz. Die Körperseiten sind stets mit einem dunklen Seitenband gezeichnet, das aus einem dichten schwarzen Fleckenmuster besteht. Die Bauchseite ist rot, orange oder gelblichweiß gefärbt, und rostrot bis braun gefleckt, bisweilen auch ungefleckt. Bei den Männchen sind die Bauchrandschilder oftmals leuchtend blau gefärbt. Die Tiere ernähren sich vor allem von Insekten (z.B. Käfer, Fliegen, Hautflügler), Spinnen, Tausendfüßlern und Asseln, seltener von Früchten.

Als eine typische „Kletter-Art“ kommt die Mauereidechse ausschließlich in felsigen und steinigen Lebensräumen vor. Sie bevorzugt offene, südexponierte, sonnenwarme Standorte, die weitgehend vegetationsfrei oder nur schütter bewachsen sind. Zugleich müssen genügend Spalten und Hohlräume als Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Ursprüngliche Lebensräume sind Felsen, Abbruchkanten, Geröllhalden oder steinige Trockenrasen. Sekundär kommt die Art auch an Steinmauern, Ruinen, Bahnanlagen, Uferbefestigungen, in Steinbrüchen oder Weinbergen vor. Im Winter verstecken sich die Tiere in frostfreien Verstecken wie Felsspalten oder natürlichen Hohlräumen, seltener in selbst gegrabenen Quartieren. In klimatisch besonders begünstigten Gebieten können die Tiere auch im Winter aktiv sein. Spätestens ab März verlassen die tagaktiven Mauereidechsen ihre Winterquartiere und beginnen im Frühjahr ab Ende April/Anfang Mai mit den Paarungsaktivitäten. Die Eier werden in selbst gegrabene Gänge oder Höhlen ins lockere Erdreich abgelegt. In günstigen Jahren sind zwei Gelege möglich. Die jungen Eidechsen schlüpfen von Juli bis August. Im Herbst suchen die Tiere ab Ende September bis Ende November ihre Winterquartiere auf. Die Mauereidechse ist eine vergleichsweise standorttreue Art, die kleinräumige Reviere mit einer Flächengröße von 15 bis 25 m² nutzt. Innerhalb des Lebensraumes sind Ortswechsel bis zu 90 m (max. > 1 km) möglich. Die Ausbreitung erfolgt vermutlich über die Jungtiere.

Die natürlichen Vorkommen der Mauereidechse in Nordrhein-Westfalen beschränken sich auf die Eifel und das Siebengebirge sowie den Einzugsbereich des Rheins bis Höhe Bonn. Unter anderem aufgrund dieser eingeschränkten Verbreitung ist die Art in Nordrhein-Westfalen „stark gefährdet". Der Gesamtbestand wird auf 10 bis 20 einheimische Vorkommen geschätzt (2015). Daneben gibt es vermutlich über 60 gebietsfremde Vorkommen, die auf Aussetzungen beziehungsweise Ansiedlungen durch den Menschen in den letzten 20 Jahren zurückgehen.