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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Verbreitungskarten

Wolf  (Canis lupus Linnaeus, 1758)

EU-Code: 1352

FFH-Anh. II, FFH-Anh. IV

Rote Liste NRW 2010: 0
Rote Liste NRW 1999: 0
Erhaltungszustand in NRW (ATL):
Erhaltungszustand in NRW (KON):

Der Wolf ist der größte heimische Beutegreifer. Wölfe leben in der Regel im Familienverband (Rudel), Hauptbeute sind mittelgroße bis große Huftiere. Die Art war seit dem späten Pleistozän, somit etwa einhunderttausend Jahre lang, in ganz Europa, weiten Teilen Asiens einschließlich der Arabischen Halbinsel und Japan sowie Nordamerika verbreitet. Sie wurde jedoch im 19. Jahrhundert in nahezu allen Regionen vor allem durch menschliche Bejagung stark dezimiert, in West- und Mitteleuropa fast vollständig ausgerottet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts steht der Wolf unter internationalem Schutz und die Bestände erholen sich teilweise. In Deutschland konnte im Jahr 2000 erstmals wieder die Geburt von Welpen nachgewiesen werden, aktuell (Monitoringjahr 2016/2017) ist der Bestand auf 60 Familienverbände („Rudel“) und 16 territoriale Paare sowie zwei territoriale Einzelwölfe angestiegen. In 56 der 78 Territorien wurde Reproduktion bestätigt, mit insgesamt 218 Welpen.

Der Wolf weist durch seine Stellung am Ende der Nahrungskette ein vergleichsweise hohes Konfliktpotenzial in der Kulturlandschaft auf. Ein Umgang mit ihm muss darauf ausgerichtet sein, Konflikte zu verhindern oder zu minimieren und den gesetzlich geforderten Schutz der Art zu gewährleisten. Eine enge Abstimmung zwischen betroffenen Interessensgruppen (Jäger und Nutztierhalter), Behörden, privaten Organisationen und der örtlichen Bevölkerung ist erforderlich. In NRW erarbeitet die beim LANUV 2009 eingerichtete AG Wolf in NRW Empfehlungen für den Umgang mit dem Wolf. Die AG empfahl neben Entschädigungsregelungen die Ausbildung von sog. Luchs- und Wolfsberatern, die vor Ort Luchs- und Wolfsspuren und vermeintlich durch den Luchs oder Wolf verursachte Risse dokumentieren können. Eine aktuelle Liste der Luchs- und Wolfsberater in NRW, den Wolfsmanagementplan für NRW sowie die Förderrichtlinien Wolf NRW finden Sie unter dem Menüpunkt Literatur.

Aktuell gibt es keinen Hinweis auf ein regelmäßiges, territoriales Vorkommen des Wolfes in NRW. Einzelbeobachtungen aus den Jahren 2014-2018 zeigen, dass es sich bislang um einzelne, durchziehende Wölfe handelt. Genetisch nachgewiesen wurden Tiere aus verschiedenen Bundesländern. Oftmals handelt es sich dabei um abwanderende Jungwölfe.