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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Verbreitungskarten

Lachs  (Salmo salar Linnaeus, 1758)

EU-Code: 1106

FFH-Anh. II, FFH-Anhang V

Rote Liste NRW 2010: 2
Rote Liste NRW 1999: 1
Rote Liste D: 1
Erhaltungszustand in NRW (ATL): S
Erhaltungszustand in NRW (KON): S

Lachs (Salmo salar)
© Foto: Bernd Stemmer, Soest

Der Lachs bewohnt den Nordatlantik, die Nord- und Ostsee sowie deren Zuflüsse. Er ist ein anadromer Wanderfisch, der seine Wachstumsperiode im Meer verbringt und zum Ablaichen in die Flüsse zieht. Der Lachs ist die größte, einheimische Salmonidenart. Er kann bis zu 1,5 Meter lang und 40 Kilogramm schwer werden. Die Hauptnahrung im Meer besteht aus Fischen und Garnelen. Zur Fortpflanzung (Oktober bis Januar) wandern die Lachse ab dem Frühsommer aus dem Meer ins Süßwasser. Auf diesem Weg können sie bis zu zwei Meter hohe Hindernisse überspringen. Sie orientieren sich anhand des Geruchssinnes und suchen zum Ablaichen die Gewässeroberläufe auf, aus denen sie selbst stammen. Die Weibchen legen dort auf geeigneten Kiesbänken Laichgruben an. Die 5 bis 7 mm großen Eier werden abgelegt, vom Männchen besamt und wieder mit Kies bedeckt. In der Regel sterben die erwachsenen Lachse nach dem Laichen. Je nach Wassertemperatur dauert es 80 bis 200 Tage bis zum Schlupf. Die jungen Lachse (Parrs) verbringen meist ein bis zwei Jahre im Süßwasser und ernähren sich hier von Kleinkrebsen und Insekten. Als sogenannte Smolts machen sie sich dann wieder auf den Weg zum Meer. Hier bleiben sie ein bis vier Jahre, bis sie die Laichwanderung zurück in die Flüsse antreten. Die erwachsenen Lachse halten sich im Nordatlantik, Nord- und Ostsee auf.

Die Laichhabitate liegen in den Oberläufen der Äschen- und Forellenregion, in sauerstoffreichen Bächen und kleinen Flüssen mit einem guten Angebot an durchströmten Kiesarealen. Auch die Jungfische bevorzugen diese rasch strömenden, kühlen und sauerstoffreichen Gewässerabschnitte.

Lachse waren früher in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet, vor allem in den Gewässersystemen Sieg, Wupper mit Dhünn, Ruhr mit Ennepe, Volme und Lenne, Ems, Rur und Weser mit Westerkalle und Eder. Aktuell gibt es noch keine selbsttragenden, von Besatz unabhängigen Populationen in Nordrhein-Westfalen. Seit 1988 wird systematisch die Wiederansiedlung des Lachses in Nordrhein-Westfalen betrieben (Wanderfischprogramm NRW). Vor allem im Siegsystem und Wupper mit Dhünn konnten bisher zahlreiche Rückkehrer, sowie eine erfolgreiche Reproduktion nachgewiesen werden.