Titel:

FFH-Arten und Europäische Vogelarten


Logo:

FFH-Arten und Europäische Vogelarten


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Artinformationen

Downloads

Verbreitungskarten

Schmale Windelschnecke  (Vertigo angustior JEFFREYS 1830)

EU-Code: 1014

FFH-Anh. II

Rote Liste NRW 2010: 1
Rote Liste NRW 1999: 3
Rote Liste D: 3
Erhaltungszustand in NRW (ATL): S
Erhaltungszustand in NRW (KON): S

Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior)
© Foto: Vollrath Wiese, Cismar

Das Gehäuse der Schmalen Windelschnecke (Vertigo angustior) ist 1,5 bis 1,9 mm lang und 0,9 bis 1,0 mm breit. In der Mündung sind 5-6 Zähne ausgebildet. Das Gehäuse ist schwach gelblichbraun, sehr fein und dicht gestreift und glänzt schwach.

Die Schmale Windelschnecke besiedelt Feucht- und Nass-Biotope mit einer Präferenz für kalkreichere Standorte. Ihre Lebensräume sind z.B. Kalksümpfe und -moore, Pfeifengraswiesen, Seggenriede und Verlandungszonen von Seen. Seltener besiedelte Lebensräume sind wechselfeuchte Magerrasen, grasige Heckensäume, Erlenbrüche, feuchte bis mesophile Buchen- und Eschenwälder sowie Dünenbiotope.

Die Tiere sind zwittrig, mit der Möglichkeit der Selbstbefruchtung und werden mit der Ausbildung der Mündungslippe geschlechtsreif. Die Hauptreproduktionszeit liegt zwischen März und Oktober. In diesen Monaten werden wenige weichschalige Einzeleier gelegt, die weniger als zwei Wochen zur Entwicklung benötigen. Die Schnecken leben bevorzugt in der Bodenstreu der obersten Bodenschicht und klettern vereinzelt auch an der Vegetation empor. Als Nahrung dienen vermutlich Überreste zerfallener Pflanzenzellen (Detritus). Die Schmale Windelschnecke hat sehr spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie benötigt meist eine hohe und gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Austrocknung und Überflutung. Ebenso wichtig ist eine lichte Pflanzendecke, durch die genügend Licht und Wärme bis auf den Boden gelangt.

Von der Schmalen Windelschnecke sind in Nordrhein-Westfalen nach 1990 nur noch 4 Vorkommen bekannt. In geeigneten Lebensräumen ist auch in anderen Gebieten mit weiteren Vorkommen zu rechnen.