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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Tafelente  (Aythya ferina (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A059

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 1999 NRW: 2
Rote Liste 2010 NRW: 3
Rote Liste D: *
Status in NRW: R/W; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Status in NRW: R/W; Erhaltungszustand in NRW (KON): G
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): S
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): S

Tafelente (Aythya ferina)
© Foto: Martin Woike, Haan

Die Tafelente ist eine Tauchente, die mit einer Körpergröße von 46 cm etwas kleiner als eine Stockente ist. Die Männchen tragen im Prachtkleid einen kastanienbraunen Kopf, eine schwarze Brust sowie eine hellgraue Oberseite und Flanken. Im Schlichtkleid sind sie wesentlich matter gefärbt. Weibchen und Jungvögel sind insgesamt eher unscheinbar graubraun gezeichnet. Der Schnabel ist leicht aufwärts gebogen. Der Ruf ist beim Männchen ein leises, heiseres Pfeifen („uiwierr“), beim Weibchen ein raues schnarrendes „kärr“. Tafelenten ernähren sich überwiegend von Muscheln (vor allem Wandermuschel) sowie von Insektenlarven, seltener von pflanzlicher Kost. Die Tafelente tritt in Nordrhein-Westfalen als sehr seltener Brutvogel sowie als mittelhäufiger Durchzügler und Wintergast aus Osteuropa, Russland und Südskandinavien auf.

Tafelenten brüten an meso- bis eutrophen Stillgewässern mit offener Wasserfläche und Ufervegetation. Bevorzugt werden größere Gewässer (ab 5 ha), aber auch künstliche Feuchtgebiete wie Rieselfelder oder kleinere Fischteiche. Auf einer Fläche von 10 ha können bis zu 3 bis 5 Brutpaare vorkommen. Das Nest wird meist nahe am Wasser auf festem Untergrund angelegt, zum Teil auch auf Pflanzenmaterial oder kleinen Inseln im Wasser. Die Eiablage beginnt ab Mitte April, Hauptlegezeit ist im Mai/Juni, bis Ende August sind alle Jungen flügge. Als Brutvogel kommt die Tafelente in Nordrhein-Westfalen sehr lokal im Einzugsbereich von Rhein, Lippe, Ems und Weser vor. Der Brutbestand ist nach einer Zunahme bis in die 1980er-Jahre in den letzten Jahrzehnten wieder rückläufig und liegt bei etwa 50 Brutpaaren (2015).

Als Durchzügler und Wintergäste erscheinen Tafelenten ab September, erreichen maximale Bestandszahlen im Januar/Februar und ziehen im April wieder ab. Bevorzugte Rast- und Überwinterungsgebiete sind große Flüsse, Bagger- und Stauseen vor allem in der Westfälischen Bucht, am Niederrhein und in der Kölner Bucht. Die bedeutendsten Rast- und Wintervorkommen in Nordrhein-Westfalen liegen im Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ mit bis zu 1.500 Individuen. Der Mittwinterbestand liegt je nach Winterhärte bei bis zu 5.000 Individuen (2015). Tafelenten treten im Winter oft in größeren Trupps mit 50 bis 500 Exemplaren auf.