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FFH-Arten und Europäische Vogelarten


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Zwergtaucher  (Tachybaptus ruficollis (Pall.))

EU-Code: A004

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 1999 NRW: 2
Rote Liste 2010 NRW: *
Rote Liste D: V
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): G
Status in NRW: W; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Status in NRW: W; Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
© Foto: Joachim Weiss, Lüdinghausen

Zwergtaucher sind kleine, kurzhalsige Lappentaucher, die eine Körperlänge von 27 cm erreichen. Im Prachtkleid sind der Oberkopf und die Oberseite schwarz, die Kehle und Halsseiten kastanienbraun gefärbt. Auffallend ist der gelbliche Schnabelwinkel. Im Schlicht- und Jugendkleid sind Zwergtaucher insgesamt hell- bis dunkelbraun gefärbt. Die Geschlechter sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Der Balzruf ist ein weit hörbares trillerndes „bibibibibi....“, der Stimmfühlungsruf ein 2 bis 4-silbiges „bii-ib“. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, kleinen Mollusken, Krebsen, Kaulquappen und vor allem im Winterhalbjahr aus kleinen Fischen. Der Zwergtaucher tritt in Nordrhein-Westfalen als Brutvogel sowie als regelmäßiger Durchzügler und Wintergast aus Osteuropa auf.

Der Zwergtaucher brütet an stehenden Gewässern mit einer dichten Verlandungs- beziehungsweise Schwimmblattvegetation. Bevorzugt werden kleine Teiche, Heideweiher, Moor- und Feuchtwiesentümpel, Abgrabungs- und Bergsenkungsgewässer, Klärteiche sowie Fließgewässer mit geringer Fließgeschwindigkeit. Auf 0,4 ha Wasserfläche können bis zu 4 Brutpaare vorkommen. Das Nest wird meist freischwimmend auf Wasserpflanzen angelegt. Das Brutgeschäft beginnt im April, in günstigen Jahren sind Zweit- oder Drittbruten möglich. Bis September sind die letzten Jungen flügge. Als Brutvogel kommt der Zwergtaucher in Nordrhein-Westfalen vor allem im Tiefland vor. Der Gesamtbestand wird auf 1.200 bis 1.600 Brutpaare geschätzt (2015).

Als Durchzügler und Wintergäste erscheinen Zwergtaucher ab September, erreichen maximale Bestandszahlen im November/Dezember und ziehen im März/April wieder ab. Bevorzugte Rast- und Überwinterungsgebiete sind kleine bis mittelgroße Stillgewässer sowie mittlere bis größere Fließgewässer. Das bedeutendste Wintervorkommen in Nordrhein-Westfalen liegt im Bereich der Ruhr (Mühlheim bis Dortmund) sowie der Lippe (Lippstadt bis Wesel) mit jeweils mehr als 400 Individuen. Der Mittwinterbestand liegt je nach Winterhärte landesweit bei bis zu 5.000 Individuen (2015). Zwergtaucher treten im Winter meist einzeln oder in kleinen Trupps mit bis zu 10 Tieren auf.